Umgang mit Schuldgefühlen

Schuld ... ein Weg zur inneren Vergebung

 

Ab und zu entscheiden Bruchteile von Sekunden über Glück oder Leid, Arm oder Reich oder Leben und Tod. Und nicht immer handelt man so, wie man es im Nachhinein gerne getan hätte. Und je nachdem wie wichtig das Ereignis in der eigenen Selbstbewertung ist,  sind sie früher oder später da… die lähmenden, bohrenden, einen innerlich zerfressenden und emotional gefangen haltenden Schuldgefühle.

 

Ach hätte ich blos… dann wäre…  und mit jeder Gedankenumdrehung in unserem Kopf geht es einem schlechter, die Wut auf sich selber steigt und die Abwärtsspirale nimmt in immer größer werdenden, Energie absorbierenden Kreisen ihren Lauf.

Wie gerne würde man den viel zu schwer lastenden emotionalen Rucksack absetzen, sich wieder frei machen und sich anderen Dingen zuwenden, doch es gelingt wenn überhaupt nur kurz – und dann ist sie wieder da, die volle Last – wenn nicht sogar noch ein paar Gramm mehr.

Was tun?

Jeder Mensch hat andere Verarbeitungsmechanismen, ein Universalheilmittel gibt es leider nicht.

Aber mit den folgenden Schritten können Sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit Entlastung schaffen.

 

Wie können Sie mit Ihren Schuldgefühlen besser umgehen?

 

Punkt 1:

Verantwortung für das getane übernehmen

"Ja, ich habe so gehandelt. Damals, in der Vergangenheit. Ich habe so gehandelt, wie es mir in dieser Situation möglich war". Eventuell finden Sie auch einen Grund, warum exakt diese Handlung für Sie in der gegebenen Situation von Vorteil war.

Versuchen Sie bei diesem (wahrscheinlich schwierigsten Schritt) achtsam, verständniss- und liebevoll mit sich selber zu sein. Nicht vergessen: es ist ein Punkt aus Ihrer Vergangenheit, Sie aber leben im Jetzt.

 

"Beende jeden Tag und dann lass ihn los. Du hast getan, was du tun konntest. Morgen beginnt ein neuer Tag".  (Ralph Waldo Emerson)

 

Punkt 2:

Versuchen Sie zu verstehen, weswegen genau Sie sich schuldig fühlen. Wie ist die Essenz, was konkret werfen Sie Ihrem Handeln aus der Vergangenheit vor? 

 

Punkt 3:

Wie ist Ihr persönlicher Maßstab?

Würden Sie mit anderen Personen auch so hart ins Gericht gehen wie mit sich selber? Hat sich das Maß zwischen damals und jetzt verändert? Wenn ja, wie? Welcher Teil Ihrer Persönlichkeit greift Sie an, gibt es neben dem „Teufelchen“ auf Ihrer einen Schulter auch ein „Engelchen“ auf der anderen? Wie ist der Maßstab des Engelchens?

 

Punkt 4:

Klären Sie für sich, was Sie in Ihrer Vergangenheit in dieser Situation gerne erreicht hätten. 

Was hätten Sie gerne gemacht, wie war Ihr Bedürfnis? Je weniger Worte Sie dafür formulieren, desto besser.

 

Punkt 5:

Was spüren Sie jetzt, wenn Sie über Ihr Bedürfnis von damals nachdenken bzw. diese  formulieren?

Seien Sie achtsam und geduldig mit sich. In welcher Körperregion sitzen diese Gefühle, wie geht es Ihnen, wenn Sie diese Körperregion „streicheln“ oder ihr mehr Aufmerksamkeit widmen?

Punkt 6:

Wenden Sie sich aktiv mehr dem „Engelchen“ auf der anderen Schulter zu. Setzten Sie für Ihre Zukunft neue Ziele. Nehmen Sie das „Teufelchen“ auf ihrer einen Schulter weiterhin war,  aber die Sonne scheint auf die andere. 

Punkt 7:

Wiederholen Sie täglich Punkt 6

 

Punkt 8:

Füttern Sie Ihr „Teufelchen“, gehen Sie so liebevoll wie möglich mit diesem Anteil um. Es darf seien Platz haben. Keine Blumenwiese ist nur bunt und wohlriechend.

 

Punkt 9:

Akzeptanz und Vergebung zulassen, Schritt für Schritt. Nehmen Sie sich täglich Zeit um „nachzuschauen“, ob sich innerlich bei Ihnen etwas verändert. Ob der Rucksack gerade leichter oder kurzzeitig wieder schwerer geworden ist. Alles ist im Fluss, bleiben Sie es auch.

 

Punkt 10:

Leben Sie im Hier und Jetzt. Was tut Ihnen jetzt gerade gut, wer tut Ihnen jetzt gut. Welche Form von Bewegung tut Ihnen jetzt gut?

 

Je mehr Sie von der Schuld geplagt werden, desto wichtiger ist es sich jemandem anzuvertrauen.   Bitte suchen Sie sich einen professionellen Ansprechpartner sofern Ihnen diese Punkte nicht oder kaum weiterhelfen. Denn, keiner hat etwas davon wenn Sie sich schlecht fühlen!

 

Gerade in der pferdegestützten Arbeit lernen Sie verstärkt im Hier und Jetzt zu leben. Das Pferd kennt kaum Vergangenheit und Zukunft. Es lebt jetzt, es fordert Sie jetzt und es folgt Ihnen wenn Sie im Hier und Jetzt authentisch sind. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite www.foerderung-mit-pferden.de